2 Lernen Führungskräfte nicht mehr, wie man erfolgreich Menschen und Unternehmen führt …?

23. Dezember 2017 0
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Teil 2 von 2    Thema: Führung    (Teil 1)

Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe.
Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen.
Wer überlegt, kann verbessern.

  • Verfallen Sie nicht dem Irrtum, Sie müssten alles selbst machen, um ja keine Fehler zu riskieren. Im Gegenteil. Lösen Sie sich von lieb gewonnenen Tätigkeiten und Ballast. Zeigen Sie Vertrauen, indem Sie Verantwortungsbereiche an Ihre Mitarbeiter übertragen, und ermutigen Sie sie zu Selbstverantwortung. Kontrollieren Sie sie jedoch nicht ständig und verlangen Sie nicht, dass sie alles mit Ihnen absprechen. Geben Sie grobe Richtlinien vor und erarbeiten Sie gemeinsam die Aufgabenziele. Ihre Mitarbeiter laufen zur Höchstform auf, wenn sie sich beweisen können. Dies spornt sie dazu an, das von Ihnen entgegengebrachte Vertrauen nicht zu enttäuschen und für die Abteilung und den Unternehmenserfolg zu kämpfen. Überdies bedeutet Arbeit zu delegieren für Sie Arbeitsentlastung.
  • Aufgrund von Unsicherheit und Zukunftsängsten entwickeln manche Mitarbeiter ein unsoziales Verhalten, das leicht an Mobbing grenzen kann. Womöglich beginnt ein Mitarbeiter oder eine ganze Gruppe Front gegen einen oder mehrere andere zu machen. Ein solches Verhalten zerstört jeglichen Teamgeist. Ersticken Sie solche Tendenzen bereits im Keim. Ermahnen Sie mobbende Mitarbeiter sofort. Oft ist auch eine Abmahnung, Versetzung und manchmal sogar eine fristlose Kündigung angebracht. Prüfen Sie ebenso Ihr eigenes Führungsverhalten kritisch. Haben Sie womöglich unbewusst dazu beigetragen, dass sich Fronten aufgebaut haben? Haben Sie für klare Arbeitsstrukturen und eindeutige Zuständigkeiten gesorgt?
  • Fördern Sie die Weiterbildung (Qualität) Ihrer Mitarbeiter. Bitten Sie Ihre Mitarbeiter, ihre Wünsche und Zukunftsvorstellungen bezüglich ihrer Karriere klar zu definieren. Denken Sie in Krisenzeiten nicht sofort an Personalabbau, denn jede Krise hat ihr Ende, und dann braucht man mehr denn je gute und motivierte Leute. Als Führungskraft werden Sie umso mehr respektiert, wenn Sie Ihren Mitarbeitern auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten keine Steine in den Weg legen, sondern ihnen ermöglichen, ihre Kompetenzen beständig zu erweitern. Dadurch fühlen sich Ihre Mitarbeiter sowohl Ihnen als Führungskraft als auch dem Unternehmen stärker verbunden. Die Identifikation mit dem Unternehmen wird für die Zukunft gestärkt.
  • Motivieren Sie individuell. Jeder Ihrer Mitarbeiter hat ganz persönliche Motivationsfaktoren. Natürlich müssen Sie herausfinden, welche. Für einen Familienvater mit einem langen Arbeitsweg ist die Möglichkeit, ein- oder zweimal pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten, mehr wert als Geld. Eine Mutter mit Kleinkind freut sich über die Unterstützung bei der Suche nach einer Kinderbetreuung. Andere können Sie vielleicht mit flexibleren Arbeitszeiten motivieren. Wie Ihre Mitarbeiter ganz individuell zu motivieren sind, können Sie nur im Gespräch mit dem Einzelnen herausfinden. Am meisten erfahren Sie dabei in informellen Situationen, wenn Sie ganz locker mit Ihren Mitarbeitern plaudern: in der Kantine, beim Betriebsausflug oder auf einer Teamfeier. Ihr Bemühen wird sich in erhöhter Produktivität und Leistung niederschlagen.
  • Urteilen Sie bei der Einstellung von Mitarbeitern nicht nach Sympathie und Antipathie oder gar nach Alter, sondern danach, was für das Unternehmen gut ist. Achten Sie darauf, dass bei Personaleinstellungen die betreffenden Mitarbeiter eingeschaltet werden („Mitbestimmung“). Nicht nur teure Anzeigenkampagnen wurden in den Sand gesetzt, weil der neue Mitarbeiter von den Kollegen nicht „akzeptiert“ wurde. „Überraschen“ Sie Ihre Mitarbeiter nicht mit neuen Kollegen!! Informieren Sie sie vorher, damit der neue Mitarbeiter einen guten Start hat und einen fertig eingerichteten Arbeitsplatz vorfindet.
  • Sagen Sie Ihren (näheren) Mitarbeitern immer wo Sie (beruflich) zu finden sind, wenn Sie das Büro verlassen oder nicht im Hause sind. Es spricht nicht für Stil, Sie suchen zu müssen. Schlimmer noch, wenn die Auskunft kommt „wir wissen es nicht“. Zeigen Sie Ihren Teamgeist und fördern Sie den Kommunikationsfluss.
  • Schaffen Sie die Basis für eine neue Qualität der Motivation. Eine Herausforderung liegt darin, die eigene Motivation zu erhalten und diese auch an die Mitarbeiter weiterzugeben. Schon mit einfachen Motivationsmaßnahmen können Sie Ängste und Misstrauen verringern. So behalten Ihre Mitarbeiter in jeder Situation das Vertrauen in Sie als Führungskraft. Bleiben Sie der Fels in der Brandung für Ihre Mitarbeiter. Nutzen Sie neue Führungsherausforderungen als Motivationsmotor. Pflegen Sie einen gesunden Optimismus. Achten Sie auf Ihre innere Einstellung.
  • Seien Sie Vorbild, auch was Ihr eigenes Zeitmanagement anbetrifft. Wer Kunden, Gäste, Mitarbeiter warten lässt, macht einen unprofessionellen Eindruck und signalisiert schlechte Manieren. Pünktlichkeit wird auch heutzutage hoch geschätzt. Wer zu spät kommt, hat von vornherein schlechte Karten.
  • (Geschäfts-) FÜHRUNG bedeutet Management, Organisation und „Verkauf“ der eigenen Person. Höchstleistung an Persönlichkeit, Kraft und Ausdauer. Führung fordert den ganzen Menschen und zwingt ihn Zeit seines Berufslebens auf die „Schulbank“. Es ist schon ein großer Unterschied, ob man etwas aus sich gemacht hat, oder ob man nur etwas geworden ist.

S O   N I C H T :       Hier einige unverantwortliche, grobe Führungsfehler:

Überhebliche Führungskräfte nutzen das Druckmittel der Entlassungsandrohung regelmäßig und untermauern es mit häufigen fristlosen Kündigungen, die grundsätzlich zur Erlangung irgendwelcher Ansprüche oder Restzahlungen an ihre Mitarbeiter in einen Arbeitsprozess münden.

Führungskräfte, die an Selbstüberschätzung leiden, meinen, dass eine gesunde Fluktuation die gefährliche Betriebsblindheit verhindert.

Führungskräfte, denen in Krisenzeiten jedes Mittel recht ist, die Schuld ihren Untergebenen zuzuweisen – und über jeden Zweifel ihrer eigenen Unfehlbarkeit erhaben sind – lieben die Arroganz der Macht.

Kritik statt Wertschätzung. Sie loben ihre Mitarbeiter nicht und tadeln sie, wenn sie Fehler machen. Sie bezahlen ihre Angestellten schlechter als deren Dienste eigentlich wert wären. Oder lassen gar unentgeltlich arbeiten und nennen es dann „Praktikum“. Ihre Mitarbeiter sind nur austauschbare Anweisungsempfänger für sie, die nach ihren Vorstellungen gut funktionieren sollen.

Viele profitgierige Führungskräfte (Sozialallergiker) denken bereits bei kleinsten Umsatzeinbußen an Personalabbau, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, oder gar nach der Wurzel des Übels zu suchen, warum der Umsatz (der jedes Jahr aufs Neue hochgesetzt wird) nicht erreicht wurde.

Sie sagen Termine häufig kurzfristig ab oder verspäten sich oft, bezahlen Honorare, Gehälter und Rechnungen später als vereinbart. Kurz gesagt, sie erfüllen nicht alle ihre Zusagen makellos. Gleichzeitig beschweren sie sich über Mitarbeiter, die wiederholt Fristen überschreiten.

Als Vorgesetzter haben sie die beste Qualifikation. Wenn es also irgendwie geht, mischen sie sich ständig in die Arbeiten ihrer Untergebenen ein, oder machen gleich alles selbst – das ist die beste Art und Weise zur Vernichtung der Arbeitszufriedenheit.

Sie geben ihren Mitarbeitern keinesfalls die Informationen, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen würden. Sie machen sich in jeder Beziehung absolut unersetzbar. Nur so wollen sie sich die dauerhafte Ehrfurcht ihrer Mitarbeiter sichern.

Sie schüren Misstrauen und Konkurrenzkampf zwischen ihren direkten Untergebenen. Nur so meinen sie, ihre Mitarbeiter zu Höchstleistungen durch permanente Anspannung und Angst zu motivieren.

Sie sind als Führungskraft viel auf Reisen, kommen selten ins Büro, nehmen ihre Mitarbeiter, Probleme und Arbeitsabläufe kaum wahr und sind als Einzelkämpfer für Insellösungen der Mitarbeiter mehr als empfänglich. Mitarbeiter genießen alle Freiheiten, bestimmen ihre Arbeiten, wie auch die Aufgaben und die Organisation selbst. Die Informationen fließen mehr oder weniger zufällig. Als Vorgesetzter greifen sie nicht in das Geschehen ein. Sie helfen, kritisieren und kontrollieren auch nicht. Mitarbeiter können ihre Entscheidungen eigenständig treffen und ihre Individualität ausleben. Wobei mangelnde Disziplin, Kompetenzstreitigkeiten, Unordnung, Durcheinander, Arbeitschaos, Umsatzeinbußen, strukturloses unprofessionelles Vorgehen, Rivalitäten und Streitereien zwischen den Mitarbeitern, ihnen weder Kopfzerbrechen noch Probleme bereiten. (Der Ausspruch „ist doch egal“, hat sich leider in viel zu vielen Unternehmen bereits als Virus eingenistet.)

Noch ein Beispiel, wie man gute Mitarbeiter schnellstens loswerden kann?
Wenn man sie prinzipiell möglichst hart und vor einem großen Publikum kritisiert. Gute Leistungen sind Pflicht, daher selbstverständlich und nicht kommentierungswert. Nur durch tiefe Schmach bleibt Kritik nachhaltig wirksam.

Führer ist ja durch die Historie ein sehr negativ belastetes Wort. Reden wir also von Führungskraft, Leiter, Anführer, Chef, Vorgesetzter oder gar vom Manager. Egal wie der „Titel“ ist. Deren mangelhaftes Agieren spiegelt sich in Mitarbeiterentlassungen, Firmenschließungen, enormer Fluktuation guter Mitarbeiter, Davonlaufen, sowie Pleiten, Pech und Pannen wider (Pech = Inkognito für Unfähigkeit). Umsatzeinbußen und Firmenpleiten werden weder von Mitarbeitern verschuldet, noch haben sie diese zu verantworten! Aber sie müssen  verantwortungsloses, profitgieriges Vorgehen ausbaden.

Machen Sie es besser! Jeder bekommt die Mitarbeiter, die er verdient. Betriebswirtschaftliche Kompetenz und Fachwissen alleine reichen nicht aus, um den dauerhaften Erfolg eines Unternehmens zu sichern. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Tun! Führungsverantwortung besteht nicht im Davonlaufen wenn Probleme auftauchen!

Bringen Sie wieder mehr menschliches MITEINANDER umgehen, Wertschätzung, Fairness, Ethik und soziales Denken in die Unternehmen. Wenn Sie auch nur einige der obigen Punkte einhalten, verbessern Sie die Arbeitswelt enorm. Arbeit darf nicht krank machen, oder in Sklavenarbeit ausarten.

Überzeugen Sie mit professioneller Arbeit, optimaler Dienstleistung, qualifiziertem, motiviertem Personal, eingespieltem Team, vorbildlicher Organisation, aktiver PR, Öffentlichkeitsarbeit und kooperativem Führungsstil. Seien Sie authentisch. Dann, und nur dann, sind Sie ein wirklich guter Vorgesetzter – eine Führungspersönlichkeit.

Werte und wirtschaftlicher Erfolg sind im Unternehmensalltag kein Widerspruch. 

  • Um eine leistungsorientierte Organisation aufzubauen, muss Macht durch Verantwortung ersetzt werden. Wo es früher um eine Kombination aus Rang und Macht ging, wird es heute und in Zukunft Verhältnisse wechselseitiger Übereinkunft und Verantwortung geben müssen.
  • Das Management sollte ein ehrenwerter Berufsstand sein. Führungskräfte dürfen nicht vergessen, dass ihre Hauptaufgabe darin besteht, das langfristige Wohl ihres Unternehmens zu gewährleisten. Das bedeutet: Sie müssen über die Grenzen ihres Betriebes hinaus auf die Gesellschaft schauen. Und sie tragen Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter, und nicht nur für ihren eigenen Wohlstand.
  • Unternehmen brauchen einen Daseinszweck. Hoch qualifizierte und talentierte Mitarbeiter kann man nicht kontrollieren, man muss sie motivieren. Solche Mitarbeiter müssen in ihrer Arbeit einen Sinn erkennen, der bedeutender ist als der persönliche Profit.
  • Das Wesen eines Unternehmens besteht darin, etwas zu verändern, sich wahrhaft nützlich zu machen und etwas zu schaffen, was die Menschen wirklich brauchen. Sich nur für Gewinnmaximierung einzusetzen, zeugt weder von Intelligenz, noch von Nachhaltigkeit und Verantwortung.
  • In der Gesellschaft der Zukunft (auch ausgelöst durch die Finanzkrise, kriminelle Verfehlungen, hohe Boni und Gehälter) wird die größte Herausforderung für Unternehmen ihre soziale Legitimität sein, ihre soziale Verantwortung, ihre Werte, ihr Leitbild und ihre Zukunftsvision.

»Hier werden hochqualifizierte Leute für das Ausland ausgebildet,
denn sie finden bei uns kaum Arbeit.
Der Laienterror hat mehr Gewicht als das Urteil qualifizierter Fachleute.«
Widerlegen Sie diese Meinung in Ihrem Umfeld.

»Es ist weder Sport noch ein Spiel, auszuprobieren,
wie lange man auf Ihre Zahlungen warten wird.
Es ist ganz einfach Betrug,
seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachzukommen.«

»Wer zu spät an die Kosten denkt, ruiniert das Unternehmen.
Wer immer zu früh an die Kosten denkt, tötet die Kreativität.«

»Wer seine Leute zur Schnecke macht,
darf nicht über geringes Arbeitstempo jammern!«

»Zahlen Sie keine Provisionen – sondern leistungsorientierte Prämien.«

»Informationen, Wissen ist Macht.
Alleine können Sie jedoch nichts damit anfangen.«

»Kurzfristige Umsätze dürfen nicht zur Leistungsbewertung zählen,
wenn dadurch bewusst der Qualitätsstandard gesenkt wird.«

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