Kommunikation hat viel mit REDEN zu tun. Wir sollten mehr miteinander REDEN!

13. Januar 2018 0
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Teil 1 von 2

Die Sprache wurde in Jahrtausenden von Menschen gelernt und verfeinert. Brauchen wir in Zeiten von E-Mails und Smartphones nur ein paar Jahre bis zur Sprachlosigkeit …? Wissen wir es nicht mehr zu würdigen, dass die Fähigkeit, miteinander reden zu können, eines unserer Privilegien ist?

Um zu reden, bedient sich der Mensch der Sprache. Ohne Sprache könnten wir nicht lesen, uns nicht unterhalten und noch nicht einmal einen Brief schreiben. Sprechen ist das Mittel, durch das wir Gefühle und Gedanken ausdrücken und austauschen können. Wir Menschen reden zueinander und übereinander, – und doch reden wir nur sehr selten wirklich auch miteinander. Sprachlosigkeit im Alltag macht sich breit! Wie wollen wir ihr begegnen?

Unsere (Arbeits-) Welt wird immer mehr durch die Technik bestimmt. Wir müssen aber achtgeben, dass wir das Reden miteinander nicht verlieren. Je mehr die Technik unsere (Arbeits-) Welt prägt, umso wichtiger sind die menschlichen Faktoren. Unter diesen spielt das Gespräch miteinander eine besondere Rolle, – eine Bedingung dafür, dass unsere (Arbeits-) Welt menschlich bleibt. Selbst bei Geschäftspartnern wird die schnelle Kommunikation per E-Mail einem persönlichen Gespräch vorgezogen. Haben wir Menschen das miteinander Reden verlernt? Man schreibt sich mal eben eine SMS, oder kommuniziert per WhatsApp mit Multimedialen Geräten wie Smartphones, oder schreibt eine E-Mail. Wunderbare Techniken, die unser Arbeitsleben erleichtern. Jedoch auch Techniken, die uns, was die zwischenmenschliche Kommunikation angeht, zu Steinzeit-Menschen macht.

Wenn man Umfragen zu diesem Thema glauben darf, steht es mit der Gesprächsbereitschaft und der Gesprächsfähigkeit nicht zum Besten. Soziale Verunsicherung macht sich breit. Die Gesprächsfähigkeit nimmt in allen Bereichen immer weiter ab. Ob im beruflichen Umfeld oder im privaten Bereich. Bert Brecht brachte zum Ausdruck, wie wichtig das miteinander Reden für uns Menschen ist: »Wo das Gespräch verstummt, hört das Menschsein auf

Es gehört zu unseren Grundbedürfnissen, dass wir Kontakt zu anderen Menschen haben. Ob durch ein lebhaftes Gespräch, durch Händeschütteln, einer Umarmung bei der Begrüßung, oder durch einen intensiven Blickkontakt. Hier lässt sich nicht immer alles kurz und bündig abhandeln. Es ist ein (zwischen)menschlicher Umgang miteinander gefragt. Man muss sich auch einmal etwas Zeit nehmen und kann nicht immer überlegen, wie schreibe ich nun möglichst kurz, was meine Meinung ist. Hier muss man seine Meinung mit Worten und einem gewissen rhetorischen Können vertreten, wohl wissend, dass der andere auch eine Überzeugung hat und diese, selbst wenn sie nicht mit unserer übereinstimmt, durchaus auch ihre Daseinsberechtigung haben kann.

Immer öfter lernt man sich in einem Chatroom kennen und ist enttäuscht, wenn das Gegenüber beim persönlichen Kennenlernen nicht hält, was er (oder sie) versprochen hat. Und je mehr Menschen in einem Home-Office arbeiten, umso mehr muss auch darauf geachtet werden, dass diese Neuerungen nicht zum menschlichen und sprachlichen Notstand führen.

Oder, wie oft beobachten wir, da sitzen z. B. zwei Menschen zusammen an einem Tisch und doch völlig einsam, sie schweigen sich an. Kann uns das gleichgültig lassen, oder müssen wir uns fragen: Verlernen Menschen das miteinander Sprechen? Macht der Dauerblick in den Fernseher die Menschen sprachlos? Haben wir verlernt aufeinander zuzugehen? Da geht es in den südlichen Ländern anders zu. Man spricht nicht so sehr, weil man etwas zu sagen hat, sondern weil das Wort die Mauer des Schweigens durchbricht. In der Gegenwart allerdings ist diese Grundtatsache des Sprechens in Vergessenheit geraten. Wir werden mit inhaltslosem Geplapper überschwemmt, – die Worte haben ihre Strahlen verloren.

Miteinander REDEN ist gesund!
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Eigentlich grober Unfug, wenn es um unser Miteinander und unsere Gesundheit geht. Sich ständig nur anschweigen macht krank. Man löst daher auch miteinander keine Probleme mehr. Im Grunde genommen leben lauter Einzelgänger nebeneinander. In vielen Büros/Unternehmen und Wohnungen gibt es keine verbale Kommunikation mehr. Ist es Faulheit oder Unvermögen? Schreibt man sich lieber etliche E-Mails oder SMSs, klickt sich durch Apps, statt sich zusammenzusetzen, miteinander zu reden, oder gar um Probleme umgehend zu lösen? Ist es Angst vor dem miteinander REDEN? Scheut man persönliche Begegnungen oder Konfrontation, und bewegt sich deshalb überwiegend im „Netz“? Nur SO löst man weder Probleme noch lernt man miteinander auszukommen …

Zur Lösung von Führungsproblemen eignet sich ein Gespräch mehr als ein Papier!
Dialog ist gefragt. Mit Schweigen verändert man keine Dinge, nur wer redet, dem kann geholfen werden. Dabei kommt es aber auf den Ton an, wie man etwas sagt. Die Kultur eines Volkes zeigt sich nicht zuletzt in der Sprach- und Sprechkultur, wie man miteinander redet, etwas beredet, über etwas redet, sich ausredet, nicht alles zerredet, aneinander vorbeiredet, oder übereinander redet.
Es ist interessant, was Untersuchungen ergeben haben. Sie weisen nämlich nach, wie gesundheitsfördernd das regelmäßige Gespräch im Leben eines Menschen ist. Mit einem Gespräch lässt sich nahezu jedes Problem lösen, oder zumindest entschärfen. Das Geheimnis: Wer mit dem anderen redet und den anderen reden lässt, der demonstriert Anerkennung. Wichtig dabei ist, dass man dem anderen auch wirklich zuhört. Hartnäckiges Schweigen ist der Ausdruck von Verachtung oder Gleichgültigkeit. Es ist viel besser zu streiten, als gar nicht miteinander zu reden.

Wie lernen wir REDEN ? (Hier geht es um keine zu haltende Rede bzw. Vortrag, sondern das Reden miteinander. „Reden halten“ ist ein anderes Kapitel.)
Es gibt keine Patentrezepte – nur Denkanstöße, Anregungen, Alternativen. Sie entscheiden, was davon für Sie realisierbar ist. Z. B. durch tägliches lautes Vorlesen aus einem guten Buch, oder einer seriösen Tageszeitung, trainieren Sie nicht nur Ihre Stimme, sondern erweitern auch Ihren Wortschatz.
Warum über Reden reden? Wie drücke ich mich im persönlichen Gespräch richtig aus?
Denn Sie werden nicht nur an dem gemessen, was Sie tun, sondern vor allem: WAS SIE SAGEN!
Es scheint auf den ersten Blick, als gäbe es nichts Einfacheres als reden. Wir alle haben es gelernt und haben jahrelange Übung. Warum noch Worte darüber verlieren? Zwei Gründe gibt es: Zum einen kann man jahrelang dieselben Fehler machen ohne es zu merken, und zum anderen gibt es vielleicht noch unausgeschöpfte Möglichkeiten des Lernens und der Verbesserung.
Natürlich wird nicht unbedingt jedes Wort für oder gegen Sie verwendet. Doch dann, wenn es für Sie darauf ankommt, sollten Sie die RICHTIGEN Worte, die sogenannten „Schlüsselworte“, kennen:

  • Worte, die bei anderen Menschen etwas bewegen.
  • Worte, die andere für Ihre Ideen begeistern.
  • Worte, mit denen Sie Souveränität ausstrahlen.
  • Worte die Ihnen dazu verhelfen, ein gutes Geschäft abzuschließen.
  • Worte, mit denen Sie eine Verhandlung für sich entscheiden.
  • Worte, die das Wir-Gefühl Ihres Teams verstärken.
  • Worte, die einen reklamierenden Kunden besänftigen.
  • Worte, mit denen Sie wirklich professionell delegieren.
  • Worte, die akute oder „chronische“ Konflikte zwischen Ihren Mitarbeitern endlich lösen.
  • Worte, mit denen Sie andere wirkungsvoll kritisieren, ohne sie zu demotivieren bzw. zu verletzen.
  • Worte, mit denen Sie sogar schwierige Kollegen und Mitarbeiter besänftigen.

Redescheu verwandelt sich zur Redefreude durch:

  • Verständnis für den Unterschied zwischen geschriebenem und gesprochenem Wort.
  • Zielbewusste mündliche Beeinflussung anderer durch unsere Gesamtpersönlichkeit.
  • Überzeugung von Wichtigkeit, Wert und Nutzen von dem was wir reden.
  • Anhören, Beobachten und Beurteilen öffentlicher Redner in Vortragssälen, Versammlungen, Sitzungen, Konferenzen, Vereinen, Hör- und Fernsehfunk etc.
  • Einsicht, dass Minderwertigkeitsgefühle Fehlmeinungen sind. Keine falsche Überschätzung der Fähigkeiten, Möglichkeiten und Leistungen anderer. Keine falsche Geringschätzung oder Abwertung des eigenen Könnens und Vermögens.
  • Hemmungsabbau. Wir machen uns den Grundsatz zu Eigen: Was andere können, kann ich auch! – Wenn nicht sogar noch besser!
  • Überwindung von Menschenscheu, Mund- und Gedankenträgheit durch bewusste Pflege des Sprechdenkens und bewusste Kontaktaufnahme im Alltag.
  • Übung und Gewöhnung. Mit dem Einfachen, Kleinen und Leichten beginnen. Mutiger werden, sich auch an das Schwierige heranwagen – hebt das Selbstvertrauen und schenkt uns Selbstsicherheit.

Fangen Sie doch einfach damit an, dass Sie die Menschen freundlich begrüßen und ansehen, wenn Sie z. B. einen Aufzug, ein Geschäft, ein Restaurant, einen Bus oder eine Bahn betreten. Ein Lächeln dazu verbindet und kommt garantiert zurück.

Was nützt uns das Reden?

  • Wir bauen Minderwertigkeitskomplexe und törichte Hemmungen ab, überschätzen nicht mehr die fremden, unterschätzen nicht mehr die eigenen Fähigkeiten.
  • Wir erkennen und entdecken uns selbst, kommen zu Schaffensfreude und ungeahntem Kräftezuwachs auf vielen Gebieten.
  • Wir verlernen das Zaudern, warten nicht mehr auf fremde Hilfe, sondern vertrauen der eigenen Kraft.
  • Wir werden mutig, entschlossen, einsatzbereit, tatwillig, unternehmenslustig und energisch.
  • Wir verschaffen uns Geltung, Ansehen und Gehör, gewinnen Freunde, Anhänger, Förderer, Beziehungen und Befürworter.
  • Wir behaupten uns, setzen uns durch, beeinflussen und beeindrucken andere, setzen uns und unsere Sache ins rechte Licht, zeigen wessen Geistes Kind wir sind.
  • Wir erlangen Selbstachtung, Selbstvertrauen, Selbstsicherheit und Selbstdisziplin.
  • Wir finden Kontakt, werden gesellig, schlagen Brücken von Mensch zu Mensch und von Herz zu Herz.
  • Wir bekommen gesellschaftlichen Schliff und gute Umgangsformen.
  • Wir steigern unser Verantwortungsgefühl, lernen uns gewissenhaft und sorgfältig vorzubereiten, planmäßig zu verhalten, Wert und Unwert zu unterscheiden.

Fortsetzung folgt

Viele Menschen sind nur deshalb einsam,
weil sie Dämme bauen, statt Brücken.
Weil sie schweigen, statt reden.
Weil sie Hemmungen pflegen, statt zu üben.

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