Teamarbeit bedeutet: Vom ich zum WIR!

6. Januar 2018 0
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»Letzten Endes kann man alle wirtschaftlichen Vorgänge auf drei Worte reduzieren:
Menschen, Produkte und Gewinne. Die Menschen stehen an erster Stelle.
Wenn man kein gutes Team hat, kann man mit den beiden anderen nicht viel anfangen

(Lee Lacocca)

Teamarbeit ist nicht nur im beruflichen Bereich sehr wichtig, sondern erleichtert das Leben auch im privaten Umfeld.

Teamarbeit ist eine zwingende Notwendigkeit für jedes erfolgreiche Unternehmen. Projekte ohne Team-Arbeit sind heute nahezu undenkbar. Kunden bevorzugen Firmen, die ein professionelles, zielorientiertes und eingespieltes Team vorweisen können. Denn sie arbeiten mit wesentlich weniger Aufwand und erreichen ihre Ziele deutlich schneller.

Teams und Teamarbeit sind „in“. Teamarbeit scheint die Antwort auf alle Anforderungen zu sein, denen sich Unternehmen heute und in Zukunft gegenübersehen. Der Begriff „Team“ ist in unserem Alltagsverständnis positiv besetzt. Teamarbeit kommt den sozialen Bedürfnissen des Menschen nach Kontakt und Kommunikation entgegen, und hat daher, neben den positiven Effekten auf die Leistung, auch positive Auswirkungen auf die Mitarbeiterzufriedenheit. Dabei genügt nicht die Erkenntnis, dass die Gruppe als Ganzes profitiert. Wichtig ist – insbesondere zur Steigerung der Teamfähigkeit von Eigenbrötlern – auch den Nutzen für den Einzelnen sichtbar zu machen. Teamarbeit hilft dem Einzelnen Feedback und Anerkennung zu erhalten und fördert damit das Selbstwertgefühl und die persönliche Zufriedenheit.

Wer als Unternehmer die bestmöglichen Leistungen aus seinen einzelnen Teams herausholen möchte, der sollte schon bei der Zusammenstellung der Arbeitsgruppen auf einige Dinge achten. Diese beginnen bereits bei dem Klima, das innerhalb des Teams herrscht. Jeder sollte wissen, dass er sich auf den Anderen verlassen kann. Ist das nicht der Fall, gibt es Spannungen zwischen den Mitgliedern. Dabei lernen die Mitarbeiter auch, dass man in der Gemeinschaft Größeres leisten kann als es dem Einzelnen möglich ist.

  • Aufgaben klar zuordnen und mit Belohnungen Reize schaffen.
    Je genauer jedes einzelne Mitglied eines Teams weiß, wofür es verantwortlich ist, desto effektiver kann das gesamte Team arbeiten. Das macht es erforderlich, in den Meetings klare Ansagen zu machen, die in einem kurzen Protokoll zusammengefasst werden. Dabei sollte auch die Hierarchie innerhalb eines Teams klar strukturiert sein. So kann die Überwachung bestimmter Aufgaben einem Mitarbeiter zugeordnet werden, der dann dafür verantwortlich ist, dass von den Anderen die Zuarbeiten rechtzeitig abgegeben werden. Er wird damit für einen konkret bestimmten Teil eines Projektes zum Koordinator, und ist auch verantwortlich, dass keine Arbeiten überflüssigerweise doppelt ausgeführt werden. Lassen sich innerhalb eines Unternehmens Projekte klar voneinander abgrenzen und einzelnen Teams zuordnen, dann hat man als Unternehmer zur Steigerung der Effizienz seiner Teams noch eine andere Möglichkeit. Man könnte beispielsweise kleine Prämien dafür aussetzen, dass ein Projekt vorzeitig erfolgreich abgeschlossen wird. Vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung ist das angeraten, denn technologischer Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern sichert auch bessere Marktchancen.
  • Für kurze Kommunikationswege sorgen.
    Die Effizienz eines Teams wird entscheidend auch von der Art der Kommunikation bestimmt. Auftauchende Fragen sollten möglichst schnell und direkt geklärt werden können. Das gilt auch dann, wenn die Mitglieder eines Teams nicht alle am gleichen Ort arbeiten. Dafür stehen moderne technische Mittel zur Verfügung, die konsequent in die tägliche Arbeit mit eingebunden werden sollten.
  • Teamarbeit muss gelernt werden und zahlt sich nach dem Lernprozess aus.
    Einer allein weiß nur das, was er weiß. Im Team entstehen Synergien. Dadurch entsteht ein Mehr an Wissen für alle Beteiligten. Um richtig mit der Unterschiedlichkeit von Teammitgliedern umzugehen, spielen Schlüsselkompetenzen der Teammitglieder eine besondere Rolle. Diese beziehen sich zunächst auf ihre sozialen und kommunikativen Kompetenzen. Für die flexible und reibungslose Zusammenarbeit sind aber auch die fachlichen und methodischen Kompetenzen wichtig. Sie müssen aufeinander abgestimmt sein.

Kurz zusammengefasst: 

  • Ein Team ist eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam bestimmte (Arbeits-) Ziele erreichen sollen. Unter der Voraussetzung, mit möglichst wenig Aufwand ein gutes Ergebnis zu erarbeiten. Nur in einem guten Team werden sich die Kenntnisse, Fähigkeiten und Initiativen aller Mitglieder voll entfalten können.
  • TEAM = heißt: Tatkräftiges Einbringen aller Mitglieder! TEAM = heißt nicht: Toll, ein anderer macht’s, oder alle machen das was ich will! Einzelkämpfer sind austauschbar – eingespielte Teamplayer mit ganzheitlichem, unternehmerischem Denken nicht.
  • Was ist Teamarbeit? Teamarbeit ist eine bestimmte Qualität der Zusammenarbeit einer Gruppe, die durch fünf Qualitätskriterien gekennzeichnet ist: Ergebnisorientiert + stärkenorientiert + konsensbezogen + offen + vertrauensvoll.
  • Ein gutes Team verkörpert genau die Top-Qualitäten, die ein Chef von einem einzelnen Mitarbeiter unmöglich verlangen könnte. Teamarbeit ermöglicht das Realisieren komplexer Vorhaben, für welche die Kompetenzen und Kräfte eines Einzelnen nie ausreichen würden.
  • Unter Teamarbeit versteht man aber nicht nur das Zusammenspiel einer Gruppe, die gemeinsam eine Aufgabe lösen und das Ziel erreichen soll. Sondern Teamarbeit sollte auch das tägliche gepflegte und kooperative miteinander Umgehen der Mitarbeiter und Führungskräfte bestimmen. Es ist kontraproduktiv und nicht im Interesse des Unternehmens, z. B. anderen Mitarbeitern Informationen, Unterlagen etc. vorzuenthalten, die sie für ihre Aufgabenerfüllung benötigen würden, oder Vorgänge im eigenen Interesse abzublocken, oder nur sich selbst und seinen eigenen Arbeitsbereich zu sehen, ohne ganzheitliches Denken. Lassen Sie andere an Ihrem Wissen teilhaben.
  • Teamplayer ist eine Person, die gut in einem Team arbeiten kann und die notwendigen sozialen Kompetenzen besitzt, ihre persönlichen Bedürfnisse hinten anstellt und ihre oberste Priorität der Erfolg des Teams ist. Diese Person kommuniziert offen mit den anderen Team-/Projektmitgliedern, beteiligt sich an Diskussionen und bringt sich ins Team ein. Er/sie ist bereit Kompromisse im Sinne des Teams einzugehen, um das bestmöglichste Ergebnis für das Team/Unternehmen zu erzielen.
  • Wenn alle die erste Geige spielen wollten, würden wir kein Orchester zusammenbekommen. Gehen Sie im Sinne des Teams konsequent gegen Egomanen vor.  
  • Team-Lösungen bedeuten: ein Loslassen-Wollen von Vorstellungen, Idealen und Illusionen.
  • Durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Ideen, Persönlichkeiten, Erfahrungen und Arbeitsweisen, kann ein Team effektive und gewinnbringende Leistungen liefern!
  • Identifizieren Sie Ihre Mitarbeiter nach Schlüsselqualifikationen und Typen. Beispiel: Wer ist Macher, wer ist Stratege, wer ist der Intuitive oder Visionär und wer ist emotionale Stütze im Team? Nutzen Sie alle Kompetenzen Ihrer Mitarbeiter an der richtigen Stelle.
  • Legen Sie größten Wert auf einen wertschätzenden Umgang miteinander. Wenn aus Angst Positionskämpfe entstehen, wird nicht selten mit gegenseitiger Abwertung gearbeitet. Das dürfen Sie nicht dulden. Denn gegenseitiger Respekt im Umgang miteinander stellt einen entscheidenden Motivationsfaktor dar. Greifen Sie ein, wenn der Ton rau oder abfällig wird.
  • Aufgrund von Unsicherheit und Zukunftsängsten entwickeln manche Mitarbeiter ein unsoziales Verhalten, das bis zum Mobbing gehen kann. Womöglich beginnt ein Mitarbeiter oder eine ganze Gruppe Front gegen einen oder mehrere andere zu machen. Ein solches Verhalten zerstört jeglichen Teamgeist. Ersticken Sie solche Tendenzen bereits im Keim. Ermahnen Sie mobbende Mitarbeiter sofort. Oft ist auch eine Abmahnung, Versetzung und manchmal sogar eine fristlose Kündigung angebracht.
  • Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, die Ideen engagierter Mitarbeitern konsequent abzublocken. Denn die Kreativität Ihrer Mitarbeiter ist nach wie vor eine wichtige Ressource Ihres Teams, auf die Sie immer gerne zurückgreifen sollten. Ihre Mitarbeiter brauchen die Freiheit zum Mitdenken. Damit stärken Sie ihr Selbstwertgefühl und erhöhen ihre Leistungsbereitschaft, weil Sie ihnen durch die Möglichkeit des Mitwirkens das Gefühl der Ohnmacht nehmen.

Teamarbeit ist nicht selbstverständlich! Die Arbeit im Team kann durch Widerstände gestört werden, die die Vorteile der Teamarbeit beeinträchtigen.

Deshalb beachten Sie bitte:

  • Keine unklare Zielsetzung an die Gruppe. Kein unstrukturiertes Vorgehen.
  • Einbindung der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse und Beteiligung am Gesamtziel.
  • Selbständiges Arbeiten (eigene Ideen einbringen) kann für einzelne Mitarbeiter ungewohnt sein.
  • Die Gruppe muss ein WIR-Gefühl entwickeln > Identifikation mit dem Gesamtziel.
  • Keine zu großen Gruppen bilden. Keine falsche personelle Zusammensetzung.
  • Auf Stärken und Schwächen achten. Wahrnehmung von Problemen.
  • Profilierungssüchte einzelner und Konkurrenzdenken unterbinden.
  • Teamarbeit sollte freiwillig sein, Mitarbeiter nicht ins Team befehlen.
  • Es werden Lösungen gesucht, daher Mängel eines Vorschlages nicht endlos diskutieren.
  • Es soll verglichen und verknüpft werden (Vernetzungsaspekte).
  • Teamauseinandersetzungen gehen zu Lasten des Ergebnisses.
  • Gemeinsame Verantwortungsübernahme und -bereitschaft. Kein Versteck Einzelner.

Vorteile der Teamarbeit gegenüber Einzelarbeit:

  • Die Gruppe weiß mehr, regt an und gleicht aus. Miteinander ergänzende Fähigkeiten.
  • Alle setzen sich für ein gemeinsames Ziel ein > ausgeprägter Gemeinschaftsgeist.
  • Probleme werden intern und nicht „außerhalb“ gelöst.
  • Gute Kommunikation und kontinuierlicher Informationsfluss.
  • Teamgeist – also ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl.
  • Sachbezogenes Arbeiten > unsachliche „Emotionen“ bleiben außen vor.
  • Gemeinsam Verantwortung für die Arbeit tragen.
  • Gute Zusammenarbeit und aktive Mitarbeit.
  • Direkter Informationsaustausch. Verringerung von Betriebsblindheit.
  • Kenntnisse, insbesondere Spezialwissen, und praktische Erfahrungen von Einzelnen werden zusammengetragen und summieren sich.
  • Durch Austausch und Zusammenführen unterschiedlicher Einschätzungen wird die Anzahl von Fehlern reduziert.
  • Der Einzelne kann von der Gruppe lernen und seinen Horizont erweitern. Geäußerte Gedankengänge geben den Einzelnen neue Denkanstöße.
  • Die Gruppe hat eine größere Kreativität, da jeder Einzelne aufgrund seiner eigenen Erfahrungen > eine spezielle Sichtweise der Dinge hat, bestimmte Wege zur Lösung eines Problems geht, unterschiedliche Vorlieben, Stärken und Schwächen hat.
  • Wo einer nicht mehr weiter weiß, hat ein anderer noch drei Ideen.
  • Durch Zustimmung und Widerspruch findet ein Ausgleich gegensätzlicher Auffassungen statt.
  • Wo keine eindeutige „richtig – falsch“ – Entscheidung getroffen werden kann, findet die Gruppe den Kompromiss.
  • Die Gruppe schafft Akzeptanz der Ergebnisse: Vertreter aus unterschiedlichen Interessengruppen können in die Arbeit mit einbezogen werden.
  • Eine Lösung, die von einer Gruppe erarbeitet wurde, findet bei den Betroffenen größere Akzeptanz als eine Lösung einer einzelnen Person.

»Es gibt kein größeres und wirksameres Mittel zu wechselseitiger Bildung
als das Zusammenarbeiten

(Johann Wolfgang von Goethe)

»Zusammenkommen ist ein Anfang, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt,
und Zusammenarbeiten ist Erfolg

(Henry Ford)

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