Frau oder Weibchen? Deine Entscheidung!

11. Januar 2020 0
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Frau oder Weibchen? Deine Entscheidung!

Dieser Beitrag basiert auf Recherchen vor und nach einer Umfrage: “Gibt es in Deutschland mehr Frauen oder mehr Weibchen?” Werden hier Tatsachen beschrieben – oder wird bloß wieder verallgemeinert? Was meint Ihr zu dem Thema? Was würdet Ihr darauf antworten?

Der Beitrag soll einfach nur zum Nachdenken anregen. Wäre schön, wenn Ihr den etwas langen Text bis zum Schluss lesen würdet, bevor Ihr aufschreit. Sachliche Diskussionen sind erwünscht.

Wenn wir Frauen uns die Werbung, “Sozialen” Netzwerke und sonstigen Medien anschauen wird uns suggeriert, dass Männer und die Gesellschaft „Barbies“ bevorzugen und Frauen gefälligst jung, schlank, schön und sexy zu sein haben. Es werden höhere Schönheitsstandards bei Frauen angelegt als bei Männern. Jugendlichkeit und Körperkult sind gefragt. Das soll wahrgenommen werden, ist aber nichts weiter als Manipulation, weil es hier um Milliardengeschäfte geht!

Wenn man bedenkt, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass Frauen systematisch von (Ehe-) Männern abhängig gemacht und Mädchen bedauerlicherweise von Müttern und anderen Erwachsenen viel zu lange so erzogen wurden – Ehe, Kinder, Küche, Kirche -, wird es höchste Zeit, da weiterzumachen, wo unsere mutigen Vorkämpferinnen durch ihr Ableben aufhören mussten! Die Zeiten festzementierter Frauenrollen, sowie das Verallgemeinern Frauen seien einzig nur auf ihr Aussehen bedacht bzw. zu beschränken, sollten eigentlich längst vorbei sein. Und doch merken wir es auch heute noch wie schwer es ist, den Herren, der Gesellschaft und den Medien die uns Frauen seit Jahrhunderten aufgezwungene Männervorrangstellung, ihre Besitzansprüche an uns und ihr überholtes Frauenbild abzugewöhnen. Einerseits werden bei viel zu vielen noch Steinzeit- und Jägergene gepflegt, andererseits will Mann sich nicht Privilegien und Macht aus der Hand nehmen lassen. Von unserer 1949 im Grundgesetz verankerte Gleichberechtigung sind wir in vielen Lebensbereichen noch meilenweit entfernt.

Uns als gleichberechtigte und intelligente Frauen zu präsentieren wird uns besonders auch dadurch schwerer gemacht, weil jede Menge unserer Geschlechtsgenossinnen den Männern ein falsches Bild vor Augen führen, indem sie nackt oder halbnackt in allen möglichen aufreizenden, peinlichen Posen im Kino, in den Zeitungen, im Fernsehen, im Internet und sonst wo, den Appetit von Männern anregen (sollen oder wollen), wo viele fälschlicherweise glauben, dass Frauen kleine Dummchen sind, die nur darauf warten von ihnen bewundert und angefasst zu werden. Die darstellenden Frauen halten das für Kunst, für normal, für Werbung, tun es für Geld, für ihre Karriere, für ihr Ego, sind exhibitionistisch veranlagt oder wollen auffallen. Dabei sind sie einfach zu dumm um zu merken, dass sie zu nichts Weiterem als zu Produkten entwertet werden und für volle Kassen einiger Profiteure sorgen. Denn leider lässt sich in unserer oberflächlichen Konsumwelt und Fassadengesellschaft viel Geld mit Sexappeal und Illusionen verdienen. Unterhaltung ist die eine Seite – Realitätsverlust die andere.

Was sich an Nacktheit, Posenmanie, Schönheitswahn, Verblendung und Verdummung in Jahrzehnten (gewollt?) in den Massenmedien ausgebreitet hat, beweist den Unwillen, der gebildeten und taffen Frauenmehrheit in den Medien Raum zu geben. Hervorragende Leistungen von Frauen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden (wenn sie überhaupt einmal erwähnt werden) als normal und selbstverständlich hingestellt, oft jedoch belächelt, herabgewürdigt oder bösartig kommentiert. Da überflutet man das Volk doch lieber mit aufreizenden Frauenbildchen.

Welches Bild der Frau wird da vermittelt? Gleichstellung? Intelligenz? Kompetenz? Anerkennung? Wertschätzung?

Nein! Frauchen kümmert sich darum schön, schlank, jung, sexy und modisch up to date sich der (Männer-) Welt zu präsentieren, hilft dieser Perfektionismushysterie mit dicker Schminke, Spritzen und Skalpell nach, und will es den verherrlichten, zurechtgebastelten (Möchtegern-) Prominenten gleichtun. Persönlichkeitsverstümmelung und Individualitätsverlust in Vollendung. Massenweise fallen Frauen auf eine Gruppe schwerverdienender, verantwortungsloser Blender/innen herein, die ihnen eine Welt mit Schönheiten und retuschierten Traumfiguren vorgaukeln, die es so in Wirklichkeit überhaupt gar nicht gibt! Sich einmal dahinzuträumen ist eine Sache, nur sollten Frauen nicht die Realität verdrängen. Weder haben Frauen von Natur aus solche Maße und makellose Schönheit, noch entsprechen sie der gesunden Normalität. Diese Schwindler/innen lachen sich über so viel Frauennaivität kaputt und erfreuen sich ihrer millionenschweren Bankkonten.

Frauen und Mädchen: Wie lange wollt ihr euch noch verkohlen und unter Druck setzen lassen?

Freilich soll das jede Frau für sich selber entscheiden, ob sie ein individueller, selbstbestimmter, sich zugetaner Mensch ist, oder sich als Kunstprodukt sklavenmäßig und fremdgesteuert ungesunden Schönheitsnormen unterwirft und manipulieren lässt. Mir tun die jungen Mädchen leid, die in diese künstliche Welt hineinwachsen und es als normal erachten, derartigen idealisierten „Scheinbildern“ nacheifern zu müssen, was zunehmend krankhafte Züge annimmt.
Mittlerweile haben wir doch starre Plastikgesichter, aufgespritzte Lippen und zurechtoperierte Figuren genug herumlaufen, die eigentlich abschrecken müssten … Aber scheinbar geht es nicht mehr um natürliche Ausstrahlung und Authentizität. Schade, wenn Frauen den Bezug zu sich selber verlieren.

Bitte jetzt keinen Aufschrei meine Damen und extrem werden: “Sollen wir Frauen etwa nur noch in Sack und Asche herumlaufen?” NEIN, selbstverständlich nicht! Das ginge zudem total am Thema vorbei. Stil, sich zu pflegen, dezent zu schminken, aufzuhübschen und vorteilhaft zu kleiden gehört zu unserem Wohlfühlsein. Jedoch sind ausufernde Optimierungswünsche, wie auch den unerotischen „Kleiderständern“ mit ihren tapezierten Knochen und maskenhaften Gesichtern nachzueifern, absoluter Unsinn. Wo bleibt denn da die Weiblichkeit? Die Lebensfreude? Der Spaß an Mode für jede Figur?
Was ist so schlimm daran, wenn Körper, Gewicht und Aussehen nicht den absurden Bewertungsmaßstäben einer Handvoll selbsternannter Schönheitsvertreter/innen entsprechen und ein paar Ringe sich um die Figur schlingen? Kein Grund zu kollabieren. Schließlich ist das kein Speck, sondern erotische Nutzfläche!
Da knechten sich Frauen und Mädchen, nur, weil eine Minderheit Retortengrazien als „schön“ propagiert, um so richtig Kasse machen zu können. Lassen wir uns etwa auf Äußerlichkeiten reduzieren und zu modellierten Marionetten domestizieren? NEIN!
(Ich rede hier auf keinen Fall von Korrekturen aufgrund von Unfällen, Geburtsfehlern oder Krankheiten.)

Frauen müssen sich nicht verbiegen, auch nicht graue Mäuschen sein. Ebenso müssen sie vor allem nicht erst abnehmen (herunter hungern), oder sich sonst wie künstlich verändern, um geliebt und ernst genommen zu werden. Erst einmal sollte Frau sich selber mögen (und nicht zuerst andere lieben), so wie sie ist und authentisch bleiben. Sich wohlzufühlen ist oberste Priorität und nicht als Kopie durch das Leben zu gehen!

Es gab schon immer irgendwelche Schönheitsideale und nackte Frauen, ebenso Frauen, die es lieben als Lustobjekt Männer zu provozieren. Allerdings ist es in unserer heutigen Zeit um etliches extremer geworden. Befreiung, Chancengleichheit und Selbstbestimmung sehen anders aus!
Wer meint das mitmachen zu müssen, bitteschön, darf sich aber dann z. B. nicht über sexuelle Belästigungen beklagen. Und wenn Frauen meinen, überall nackte Haut zu zeigen wäre sexy und normal, sollten sie einmal darüber nachdenken, was Stil, Selbstachtung und Verantwortung bedeuten. Denn Niveau ist keine Creme! Ein bisschen mehr Stil und weniger Klischee. Ein bisschen mehr geheimnisvoll und weniger exhibitionistisch. Ein bisschen mehr Ich-Aufwertung und weniger Fremdverehrung. Das wäre ein guter Anfang auf dem Weg zur eigenen Wertschätzung. Eleganz heißt nicht ins Auge zu fallen, sondern im Gedächtnis zu bleiben.

Wir Frauen sind weit mehr als nur (nackte) Körper und Oberflächenoptik!

„Du bist nicht nur das, was man anfassen kann,
Du bist auch all das, was sich in Deinem Herzen und in Deinem Kopf befindet.
Das macht Dich einmalig und wertvoll und genau genommen unbezahlbar!“

Ich überlasse es Eurer Fantasie, wie es wäre, wenn es umgekehrt wäre. Wenn diese zugenommene Schwemme von entblößten, posenden und zur Schau gestellten Frauenkörper Männer wären … Meint ihr wirklich, dass (bis auf einzelne Ausnahmen) die Männerwelt sich je dazu herablassen würde? Sogar im Showbusiness sind Männer angezogener als Frauen in ihren kaum bedeckten Kostümchen und Kleidchen. Auf diese Art und Weise, liebe Frauen, werdet Ihr nicht ernst genommen und dümpelt auch in Zukunft als Weibchen dahin. Ihr werdet auf das reduziert, was Ihr von Euch präsentiert.

Was würde denn passieren, wenn es diese öffentliche Zurschaustellung nicht mehr geben würde? Ginge die Welt dann unter? Oder wären die Köpfe für Wesentlicheres frei und würden die Wirklichkeit wahrnehmen?

Sehr dumm ist es außerdem, dass sich zu dem Schönheitswahn ein Pendant entwickelt hat, wo Frauen meinen, nun in aller Öffentlichkeit (besonders im Internet) „das wahre Leben“ präsentieren zu müssen. Das eine wie das andere sind Extreme und bringen uns Frauen nicht wirklich weiter. Auch die letzten Geheimnisse und Intimitäten in die Öffentlichkeit zu tragen und preiszugeben, oft, um ja viele Likes in den „Sozialen“ Netzwerken zu erzielen, oder Aufmerksamkeit in den Medien zu erhalten (egal, wie peinlich das rüberkommt), ist unklug.
Ob Geburten, wie man vorher und nachher aussieht, Fotos, wie sie ihre Babys stillen, intime Berichte, öffentliche Beichten und geschmacklose Fotos: Was bleibt da noch an Tabus übrig? Das ist eine Tyrannei der Intimität, anstatt über allgemeine Interessen zu debattieren.
Geburten sind Wunder (keine Banalität!), die nur wir Frauen erleben dürfen. Es ist völlig unwichtig, wie wir vorher und nachher aussehen. Wir sollten dieses große Glück genießen und bewahren, und das Baby/Kind nicht der Öffentlichkeit aussetzen. Wenn alle alles wissen sollen, gehen Fantasie, das Geheimnisvolle, die Romantik und die Träume verloren. Wollt ihr etwa ein verkonsumiertes, mechanisch abgespultes Leben, von der Öffentlichkeit begleitet und breitgetreten? Warum muss so vieles um uns herum zwanghaft seziert, gezeigt und als normal hingestellt werden? Habt ihr keine anderen Sorgen?

Frauen müssen sich endlich stärker solidarisieren, verbinden und verbünden. Baut Frauennetze/Seilschaften/Hilfesysteme im realen Leben auf, wie es die Männer seit Jahrhunderten tun. Auf diese Art und Weise könnt Ihr Euch gegenseitig helfen und mit verteilten Aufgaben – Euren Fähigkeiten entsprechend – unterstützen. Und hört auf, als Frau andere Frauen zu diskreditieren und ihnen Können abzusprechen, nur weil das nicht den eigenen Vorstellungen und Normen vom Leben entspricht. Frauen vernetzt Euch und helft Euch als Verbündete untereinander. Euch nur in der digitalen Welt auszutauschen bringt kaum etwas. Das wahre Leben findet NICHT in den „Sozialen“ Medien statt!

Liebe Eltern, erzieht Eure Töchter bitte nicht zu oberflächlichen Modepuppen, sondern zu starken Frauen, die ihren selbstbestimmten Weg gehen können und dürfen, damit sie sich später nicht in einer Scheinwelt verlieren. Ja, es ist schwer diesem enormen Werbe-Schönheits-Hype an jeder Ecke zu entgehen.

Liebe Frauen und Mädchen, wollt Ihr erst später im Alter erkennen, dass es nicht darauf ankommt wie „aufgebrezelt“ Eure äußere Hülle aussieht (bzw. zurechtgebastelt ist), sondern dass die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und Wertschätzung über allem steht?
Jede Frau ist auf ihre Art und Weise ein Genie. Macht etwas Sinnvolles daraus. Vielleicht steckt auch in Euch eine: Marie Curie oder Maria Montessori oder Clara Zetkin oder Annette von Droste-Hülshoff oder Clara Schumann oder Käthe Kollwitz usw. usw.
Vielleicht seid Ihr die nächste Bundeskanzlerin, Präsidentin, Nobelpreisträgerin oder eine Koryphäe in der Wissenschaft oder eurem Wunschberuf …

Frauenpower ist gefragt! Lasst uns für tiefgreifende, nachhaltige und positive Veränderungen sorgen! Unsere Kinder werden es uns später danken.

DANKE, wer bis hierhin gelesen hat. Die Umfrage war 2018. Natürlich fiel das Ergebnis positiv aus. Die Mehrheit im Lande besteht aus starken und gepflegten Frauen, die sich nicht auf ein Weibchen reduzieren lassen. Leider schweigen sie und machen sich zu wenig sichtbar! So erhält eine auf Körperlichkeit fixierte Minderheit in den Medien eine breite Plattform, sich darzustellen, zu manipulieren und stillos zu agieren. Sich für die Gleichberechtigung mit einzusetzen, ist von dort nicht zu erwarten.

Lasst uns dafür sorgen, dass Leistungen von Frauen – ob im Beruf, als Hausfrau und Mutter, Pflegerin zuhause für Angehörige oder Ehrenamtliche – in der Öffentlichkeit und in den Medien mehr Aufmerksamkeit erfahren!!! Die Überflutung mit darstellenden Weibchen muss ein Ende haben!
Auch muss dieser absolute Nonsens endlich aufhören, dass in den Medien das Alter der Frauen angegeben wird (was bei Männern überaus selten der Fall ist). Warum wird bei uns Frauen das Alter so in den Vordergrund gestellt, statt unsere Leistung? Die Frage nach dem Alter ist nach der Volljährigkeit ja wohl die unwichtigste Frage der Welt. Die Altersangabe gehört nicht zwangspublik gemacht. Wir lassen uns unser Alter nicht auf die Stirn tätowieren und wollen auch nicht über unser Alter definiert werden.

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