Aktualisiert Dezember 2025 – Thema: Frau oder Weibchen?
Rückmeldungen von Leserinnen: »Ein Text, der in die Welt hinaus muss.«
Ist der um sich greifende Körperkult noch normal oder hat er exzessive Formen angenommen? Sind in Deutschland die zurechtgebastelten Weibchen mittlerweile in der Überzahl, die vergängliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Oder ist die Mehrheit der Frauen authentisch, mit einem gesunden Selbstbewusstsein und eigener Wertschätzung? Das entscheidet jede Frau für sich alleine.
Man hat inzwischen den Eindruck, dass sich die Zurschaustellung, à la Hamburger Herbertstraße, bis auf die Laufstege, Roten Teppiche und Medien ausgeweitet hat. Es bleibt unbegreiflich, dass Frauen sich immer noch dazu hergeben und es zulassen, auf ihren Körper reduziert zu werden, um die Augen der Voyeure zu erfreuen.
Liebe Eltern, erlaubt euren Töchtern auszubrechen, zu rebellieren und den Mund aufzumachen, auch wenn keine schönen Worte herauskommen. Befreit sie davon, dass sie nur hübsch, brav, lieb, nett und lächelnd zu sein brauchen. Übt mit ihnen zu schreien, sich gewaltlos zu wehren und laut NEIN zu sagen. Macht euren Töchtern Mut. Glaubt ihnen, wenn sie euch erzählen, was sie nicht mögen, was ihnen Angst macht. Lasst sie stolpern, lasst sie Schmerzen erfahren und lasst sie wachsen. Und sagt ihnen, ja, Frauen können das!
Erzieht eure Töchter bitte nicht zu oberflächlichen Modepuppen, sondern zu taffen Frauen, die ihren selbstbestimmten Weg gehen können und dürfen, damit sie sich später nicht in einer Scheinwelt verlieren. Gebt ihnen kräftige Wurzeln und Flügel. Was wir brauchen sind starke Frauen hier im Land, dringender denn je. Ja, es ist schwer, diesem enormen Werbe-Schönheits-Hype an jeder Ecke zu entgehen. Aber es ist machbar, dem zu widerstehen. Authentische Frauen machen nicht alles mit!
Wäre schön, wenn der etwas lange, nachdenkliche Text bis zum Schluss gelesen wird, bevor jemand aufschreit. Sachliche Diskussionen sind erwünscht.
Wenn wir Frauen uns die Werbung, “Sozialen” Netzwerke und sonstigen Medien anschauen, wird uns suggeriert, dass Männer und die Gesellschaft »Barbies« bevorzugen und Frauen gefälligst jung, schlank, schön und sexy zu sein haben. Es werden höhere Schönheitsstandards bei Frauen angelegt, als bei Männern, selbst im Berufsleben. Jugendlichkeit und Körperkult sind gefragt. Das soll wahrgenommen werden, ist aber nichts weiter als Manipulation, weil es hier um Milliardengeschäfte geht! Von der anhaltenden (Alters-) Diskriminierung ganz zu schweigen.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass Frauen systematisch von (Ehe-) Männern abhängig gemacht und Mädchen bedauerlicherweise von Müttern und anderen Erwachsenen zu Gehorsam erzogen wurden – Ehe, Kinder, Küche, Kirche. Die Zeit drängt, da weiterzumachen, wo unsere mutigen Vorkämpferinnen durch ihr Ableben aufhören mussten! Festzementierte Frauenrollen und das Verallgemeinern, Frauen sind auf ihr Aussehen und auf Zuarbeiten zu beschränken, sind längst nicht mehr zeitgemäß! Und doch merken wir es immer noch, wie schwer es ist, den Herren, der Gesellschaft und den Medien, die uns Frauen seit Jahrhunderten aufgezwungene Männervorrangstellung, ihre Besitzansprüche an uns und ihr überholtes Frauenbild abzugewöhnen. Einerseits werden bei viel zu vielen noch Steinzeit- und Jägergene gepflegt, andererseits will Mann sich nicht Privilegien und Macht aus der Hand nehmen lassen. Von unserer 1949 im Grundgesetz verankerten Gleichberechtigung sind wir in vielen Lebensbereichen noch meilenweit entfernt.
Julia Roberts sagte einmal: Frauen, ihr seid kein Rehabilitationszentrum für schlecht erzogene Männer. Es ist nicht eure Aufgabe, ihn zu reparieren, zu ändern, zu erziehen oder großzuziehen. Ihr wollt einen Partner, kein Projekt.












