Vergessene Kinder

3. April 2024 0
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März 2024 – Tatsachenroman nach dem Zweiten Weltkrieg »Vergessene Kinder« 368 Seiten

Wir Nachkriegs-Baracken- und Heimkinder.
Warum nur habt Ihr weggeschaut und geschwiegen?
Täter haben Rechte – Opfer nicht?

Triggerwarnung. Dieser Tatsachenroman ist keine leichte Kost, erfordert Mut zu lesen und verspricht eine emotionale Lesezeit, unterstreicht aber gleichzeitig die Notwendigkeit, sich stärker für Frauen- und Kinderrechte und deren Schutz einzusetzen!

Meine Bücher sind als Taschenbuch und E-Book über amazon/Kindle zu beziehen oder von der Autorin direkt, auf Wunsch mit Widmung. m.schinhofen@t-online.de
Meine Tatsachengeschichten richten sich an Leser/innen, die nachdenkenswerte Bücher mit Tiefgang wertschätzen. Lesealter 16 bis 100 Jahre.

Ein finsteres Kapitel der deutschen Nachkriegszeit. Berührend, aufwühlend, schonungslos und ehrlich. Tauchen Sie ein in die Zeitzeugengeschichte von »Regina«, einer prominenten Frau, die seit ihrem zehnten Lebensjahr eine Odyssee durch verschiedene deutsche Kinderheime angetreten hat, die hauptsächlich in christlicher Hand waren. In diesen Heimen wurde sie und Tausende andere Kinder Opfer schwersten (sexuellen) Missbrauchs, Gewaltattacken und Menschenrechtsverletzungen. Es sind nicht nur die wahren Erlebnisse von Regina, die sich an ihren Peinigern gerächt hat. Sondern das Buch enthält auch Berichte anderer Opfer, hat einen Anhang mit Adressen von Hilfsorganisationen, zeigt Wege aus der Gewaltbefreiung auf, hat Lösungsvorschläge bei sexueller Gewalt (auch am Arbeitsplatz), weitere Literaturhinweise und Weblinks.

„Regina“, wie sie im Buch genannt wird, ist in einer Barackensiedlung aufgewachsen, deren Bewohner als „asoziales Pack“ beschimpft und ausgegrenzt werden. Trotzdem ist Reginas Leben unbeschwert. Freiheit, Spiele und Spaß bestimmen ihre Kindheit – bis zu ihrem achten Geburtstag, da fängt für sie der Horror an. Als sie in ein katholisches Kinderheim kommt, wird sie auch dort Opfer schwersten (sexuellen) Missbrauchs, oft durch Mitglieder des Klerus. Es sind zehn Jahre mit Gewaltexzessen und systematischen Misshandlungen, die in einer Zwangsheirat enden. Trotzdem schafft es Regina, der Gewaltspirale lebend zu entkommen. Ihre Peiniger bekommen ihre Rache zu spüren.

Diese mutige und willensstarke Frau hat es aus einer Holzbaracke in die Welt der „besseren Gesellschaft“ geschafft und wurde eine angesehene, prominente Frau.

Regina ist heute im Rentenalter und will mit ihrer Geschichte die Öffentlichkeit auf die ungeheuerlichen Vorgänge aufmerksam machen, die in den Kinderheimen passiert sind, und für Aufklärung und gerechte Entschädigung der Opfer kämpfen. Sie möchte erreichen, dass solche Verbrechen nie wieder geschehen können und Opfer sexuellen Missbrauchs in der heutigen Zeit mehr Hilfe und Unterstützung bekommen.

Dieses Buch ist nicht nur den ehemaligen Nachkriegs-Heimkindern gewidmet, die leider nach wie vor für Entschädigungen und Therapien aufgrund von Gewalt, Missbrauch, Medikamentenversuchen und Zwangsarbeit kämpfen müssen, sondern es richtet sich ebenfalls an alle jungen Mädchen, Frauen und Kinder, die heutzutage in Deutschland, leider mit zunehmender Tendenz, enormen Gewaltattacken ausgeliefert sind. Es werden Parallelen zu unserer heutigen Zeit bezüglich Frauen- und Kinderrechte in Deutschland gezogen sowie brisante Themen (u.a. Missbrauch in den Kirchen) angesprochen. Die zunehmende Gewalt in Deutschland ist erschreckend und darf nicht länger hingenommen werden. Täter werden therapiert und Opfer allein gelassen. Es ist erbärmlich, wie mit Gewaltopfern in jeder Beziehung hier umgegangen wird. Gewalt und Missbrauch sind in Deutschland die sichersten Verbrechen die es gibt.

LESEPROBE:

Dieser grässliche Tag war aber noch nicht zu Ende. Denn eine Stunde später stand ein wildfremder Mann in der Tür, umarmte und küsste unsere Mutter. Wir mussten ihn mit Knicks und Diener begrüßen und dann setzte er sich wie selbstverständlich an unseren gedeckten Tisch. Überfreundlich brachte sie ihm eine Flasche Bier, lachte und redete mit ihm. Wir Kinder saßen wie Statisten schweigend daneben.
Nach dem Essen teilte uns unsere Mutter kurz und bündig mit: »Fritz und ich werden morgen heiraten und ab sofort habt ihr Papa zu ihm zu sagen. Ich verlange von euch Gehorsam und Dankbarkeit dafür, dass Fritz euch nicht in ein Heim steckt, sondern bereit ist, euch mit durchzufüttern. Und übrigens bekommt ihr demnächst ein Geschwisterchen.«
Freude kam bei uns Kindern bei seinem grinsenden Gesicht nicht auf. Augenblicklich hatten wir einen Stiefvater zuhause. Für mich verlor dieser furchtbare Tag nichts von seinem Schrecken. Von jetzt auf gleich war ich kein Kind mehr und die Angst fraß sich in meine kleine Seele fest. Ich wollte nie, nie wieder in meinem Leben Geburtstag haben.
Und was sich in der Baracke über Stiefväter erzählt wurde, sollte sich bald bewahrheiten und vor allem ich zu spüren bekommen.

Schlimmer geht immer …
Dieser Fritz hatte unsere Mutter geheiratet und war am selben Tag mit drei Pappkartons bei uns eingezogen. Wenige Wochen danach mussten Hansi und Walter in einem Bett schlafen und ich im unteren Etagenbett, damit Platz für das Babybett war. Unsere Mutter und ihr Mann gingen beide in der Fabrik arbeiten, waren also tagsüber nicht da. Wenn sie abends nach Hause kamen, war die Wohnung sauber und das Essen vorbereitet. Nun hatte ich eine weitere Person zu bedienen und noch mehr Arbeit, weil ich das (Dienst) Mädchen zuhause war. Ich dachte, das würde in jeder Familie üblich sein, und nahm es klaglos hin.
Die ersten Wochen nach der Hochzeit liefen in dieser Enge mit fünf Personen relativ ruhig ab. In der Nacht schliefen wir Kinder tief und fest und bekamen nicht mit, was um uns herum geschah.
Seit meinem Geburtstag ging ich nach der Schule nicht wieder vor die Tür, verrichtete meine Arbeit und lernte verstärkt für die Schule. Meine Angst war zu groß, Herrn Übel zu begegnen, verhinderte aber auch, meine Freundinnen zu treffen. Meine blutverschmierte Unterwäsche hatte ich am Tag nach meinem Geburtstag gewaschen, die mit kaltem Wasser und Kernseife nicht ganz sauber wurde, was unbemerkt blieb.
Als zwei Freundinnen vor der Tür standen, um mich zum Spielen abzuholen, redete ich mich mit viel Arbeit heraus. Irgendwelche Ausreden ließ ich mir ständig einfallen.

»Vergessene Kinder« ist übrigens eine Neuauflage (auf vielfachen Wunsch) meines Tatsachenromans »BARACKENKINDER« von 2019, mit weiteren harten Fakten und brisanten Themen.

Meine Autorenseite: https://www.facebook.com/autorin.marion.schinhofen/

Lesen ist so viel mehr. Lesen tröstet. Lesen heilt. Lesen verbindet.

Weitere Buchveröffentlichungen von mir:
(als Taschenbuch und E-Book über Amazon/Kindle Direct Publishing zu beziehen)

Liebe bleibt … wenn wir es zulassen.

Tatsachenroman „NIE WIEDER WAHNSINN! 1914-2020“

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