Mai 2026 – Thema: Rente – Lebensherbst Teil 3 von 3
Zu wenig Rente? Teil 3
Das Alter hat die farbenfreudigsten Facetten. Wie ist es zu schaffen, trotz kleiner Rente, zurechtzukommen und die Annehmlichkeiten auch im Lebensherbst zu genießen? Senioren sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, und sie haben einen angenehmen Lebensherbst verdient! Mit etwas Kreativität und ein bisschen Initiative ist es zu schaffen, Lebensqualität, Gesundheit und Wohlbefinden bis in den tiefen Daseinswinter hinzubekommen!
Den Spruch: »Das Leben ist so schön, wie wir es uns machen«, müssen sich Millionen Rentenbezieher sozusagen »von der Backe schmieren«. Denn es fehlt ihnen nach und trotz einem arbeitsreichen Berufsleben die finanzielle Grundlage oder die Kraft dazu. Ein großer Teil ist froh, monatlich über die Runden zu kommen, ohne sich bei einer Tafel Essen holen und zum Sozialamt laufen zu müssen (wollen). Rentenzahlungen müssen eine menschenwürdige und selbstbestimmte Lebensweise ermöglichen! Alte Menschen haben etwas Besseres verdient, als ein Gnadenbrot, zur Tafel gehen zu müssen oder Pfandflaschen einzusammeln.
Lassen Sie ihren Rentenbescheid auf jeden Fall von einer Fachstelle überprüfen, da Bescheide oft noch Fehler/Lücken enthalten und zu Ungunsten ausfallen. Korrekturen werden meistens erst nach dem dritten Widerspruch und durch Vorlegen von Beweisen (Papiere immer aufheben!) vorgenommen – ich spreche da aus Erfahrung.
Scheuen Sie sich nicht, zu ihrem Sozialamt zu gehen und auf Ihrem Recht auf Hilfe zu bestehen! Wenn die Rente nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt decken zu können, stehen Betroffenen verschiedene Leistungen und Vergünstigungen zu. Unter anderem: Wohngeld, Grundsicherung, Hinzuverdienstmöglichkeiten, Ermäßigungen und die Möglichkeit, den Rentenfreibetrag zu nutzen. Es gibt absolut keinen Grund sich zu schämen oder Angst davor zu haben! Wenn Sie Ärger und/oder Fragen haben oder Unterstützung brauchen, ist Handlungsbedarf gefragt. Dafür sind die Ämter da. Schließlich bezahlen wir sie auch mit unseren Steuergeldern und zusätzlich mit saftigen Gebühren. Bleiben Sie ruhig und freundlich. Vereinbaren Sie telefonisch einen Gesprächstermin bei ihrem zuständigen Amt, lassen sich den Namen ihres Ansprechpartners geben und gehen dann vorbereitet (möglichst mit einem Zeugen als Begleitung) dorthin.
Vorher machen Sie eine Aufstellung, in der Ihre Rente und Ihre festen monatlichen Ausgaben aufgelistet sind; so dokumentieren Sie, wie wenig Geld monatlich von Ihrer Rente zum Leben für Sie übrigbleibt. Als Nachweis Unterlagen mitnehmen (Rentenbescheid, Mietvertrag, Energie, Strom, Tagesauszüge etc.). Sprechen Sie das aus, was Ihnen auf dem Herzen liegt. Man kann über alles reden und seine Meinung sagen. Erkundigen Sie sich nach der Grundsicherung und ob Sie Anspruch auf Sozialhilfe haben.
Wenn Sie Grundsicherung bekommen, fragen Sie trotzdem nach weiteren Beihilfen. Zum Beispiel: Zuschuss zur Krankenversicherung, Wohngeld, Hilfebescheinigung, Befreiung der Rundfunkgebühr, ermäßigte Telefongebühren etc. (muss alles beantragt werden). Lassen Sie sich nicht abwimmeln. Am Anfang wird gerne erst einmal abgewunken. Widerspruch einlegen! Bleiben Sie stur dran, auch wenn es dauert. Nerven Sie mit Fragen, bis Ihnen geholfen wird. Ämter sind überaus erstaunt, dass es noch Menschen gibt, die sich gegen Unrecht WEHREN; leider haben die Ämter lange Reaktionszeiten.
Rentner und Rentnerinnen sind keinesfalls Bittsteller! Es sind diejenigen, die mit ihrer Lebensleistung die Grundlagen für den heutigen Wohlstand geschaffen haben! Und das häufig unter schwierigeren Bedingungen, als es sich die heutigen Beschäftigten überhaupt vorstellen können. Zum Dank ist Armut für Millionen bittere Wirklichkeit geworden, und für einen wachsenden Teil der Bevölkerung ist es eine reale Bedrohung. Eine Schande für die deutsche Sozialpolitik! Rentner und Rentnerinnen mit Minirente werden gezwungen bis zum Grab dazuzuverdienen, Grundsicherung oder Aufstockung zur Rente zu beantragen. Es gibt ältere Menschen, die nicht zum Sozialamt gehen (wollen), weil sie sich genieren. Bereits jeder Fünfte erhält Unterstützung durch die eigenen Kinder. Einen angenehmen Ruhestand haben wir Älteren uns verdient! Ein schlechtes Gewissen lassen wir uns nicht einreden!
Übrigens: Die Rentenhöhe hängt nicht von den Einzahlungen der letzten Arbeitsjahre ab, sondern resultiert aus dem gesamten Versicherungsleben. Einige glauben immer noch, dass die Rente von alleine kommt, nur, weil ein bestimmtes Alter erreicht ist. Das ist nicht so, Sie müssen selber aktiv werden und mindestens drei Monate vor dem geplanten Rentenbeginn einen schriftlichen Antrag stellen. Beim Ausfüllen des Rentenantrages (und auch bei weiteren Beratungen) helfen Ihnen die Mitarbeiter in den Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung. Vereinbaren Sie einen Termin oder per online: www.deutsche-rentenversicherung.de











